Schulze = Bürgermeister
Im Mittelalter hatte der Schultheiß als Beamter ursprünglich die Mitglieder einer Gemeinde zur Leistung ihrer Schuldigkeit gegenüber dem Landesherrn anzuhalten ( " welcher heischt, was jemand schuldig ist " = daher die Amtsbezeichnung ). Er nahm die Funktion eines Richters wahr, wobei ihm Geschworene ( Schöffen ) zur Seite standen. Dem Schultheiß oblag die hohe Gerichtbarkeit, d.h. er hatte auch über Leben und Tod eines Verurteilten zu entscheiden. In späterer Zeit wurde so der Vorsteher einer städtischen (= Stadtschultheiß) oder dörflichen Gemeinde (= Dorfschultheiß) bezeichnet.Dieser war nur noch mit der niederen Gerichtsbarkeit betraut, die Fragen des städtischen Zusammenlebens bzw. der Nutzung von Feld, Wald und Weide behandelte. Das Amt des Schultheiß ist heute mit dem des Bürgermeisters vergleichbar.